Ankunft - Die ersten Tage

 

 

Nach unserem Direktflug München - LA waren wir natürlich erst mal froh, nach 12 Stunden wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Wir waren allerdings bei weitem nicht so erschöpft, wie nach mehrmaligem Umsteigen. Am Flughafen haben wir dann erst mal einen kleinen Ausflug zum wohl unfreundlichsten Mitarbeiter von Alamo gemacht, haben unser Auto bekommen (wenn man einen Chevrolet Metro Auto nennen darf) und sind losgedüst Richtung Rolf.

Welcome to America

Gottseidank war er so nett, uns für die ersten Tage Unterkunft anzubieten. Dort angekommen, konnten wir uns gleich davon überzeugen, dass er in einer der schönsten Gegenden (nach unserer unmaßgeblichen Meinung) von LA wohnt.

 
Das Haus von Rolf in den Hügeln von Altadena

Sein kleines englisches Cottage steht in den Hügeln von Altadena. Die Berge sind direkt hinter dem Haus und die Lichter von LA erstrecken sich tief unten. An einem Abend sind wir die Hügel hinter dem Haus hinaufgewandert. Im Abendlicht hat die Landschaft etwas eindeutig italienisches - man könnte sich fast in der Toskana wähnen.

Abendstimmung in der Californischen "Toskana"

Das liegt an einer (hier sehr augenfälligen) Vorliebe für Zypressen. (Am dritten Tag haben wir auf einem Ausflug sogar einen mittelgroßen Vorgarten entdeckt, der an allen Seiten mit diesen wirklich sehr schönen, aber dort höchst unpassenden Bäumen umpflanzt war. Aber wieder zurück zum ersten Ausflug…)
Von unserem Aussichtspunkt konnte man auch sehr genau erkennen, wie die Wetterlage hier in LA immer wieder eine Dunstschicht über der Stadt bildet. Auf diesen Nebelschwaden schwebt Downtown LA wie eine Feeninsel.

 
Downtown LA Fantasy  

Es würde mich nicht wundern, wenn einige Fantasy-Regisseure sich durch diesen Anblick inspirieren ließen. Eines meiner bisherigen Lieblingsphotos ist an diesem Abend entstanden. Durch den Sonnenuntergang entstand eine Stimmung, die man nur zauberhaft nennen kann. (Die Photos sind übrigens alle auf einem der Trail des Cobb Estate entstanden. Das ist eine Recreation Site in Altadena, die ursprünglich mal ein Anwesen in Privatbesitz war.) (Wolfi: Vom Tor geht man so fünf Minuten auf gewundener und baumgesäumter Straße bergauf bis zum Haus).

Wie immer, habe ich natürlich in den ersten Tagen schon mal wieder viel zu viele Photos gemacht. (Wolfi: Ach was, die Speicherkarte ist nach 300 Bildern noch lange nicht voll.) Alle kann ich hier natürlich nicht zeigen, aber wer noch ein bisschen mehr sehen will als hier im Text, kann ja unsere Galerie besuchen. Dort findet ihr auch einige Bilder von unserem Ausflug an die Santa Monica Pier. Wir sind über die Topanga Canyon Road Richtung Meer gefahren. Dabei durchfährt man eine sehr eindrucksvolle Berglandschaft und am Ende der Straße steht man urplötzlich am Meer - wenn man es sieht! Wir sind direkt am Meer entlang gefahren, aber der Nebel war so dicht, dass wir kaum glauben konnten, am Meer zu sein. Das Phänomen nennt man Marine Layer und es tritt hier scheinbar sehr häufig auf. Direkt am Meer ist Nebel und kaum 2 Meilen landeinwärts ist strahlender Sonnenschein und 40 Grad.

Angler an der Santa Monica Pier

Von der Santa Monica Pier unternahmen wir einen langen Spaziergang am Strand. Interessant war, dass fast nirgends Weisse und Schwarze gemischt zu sehen waren. Keine Ahnung, ob das nun Zufall war, oder ob die Gruppenbildung auch am Strand noch sehr stark ist. Erstaunlicherweise waren etliche Leute im Wasser. Ich fand es so frisch, dass ich sogar eine Jacke angezogen habe. (Wolfi natürlich nicht, aber wir werden uns in dem Bereich sicher niemals einig werden :-) (Wolfi: Das Wasser war richtig warm, mindestens 20 Grad.) Nach einem langen Spaziergang haben wir uns dann gemütlich am Strand niedergelassen und das Strandleben beobachtet (Wolfi: und der Sonne die Chance gegeben, uns die Nase zu verbrennen).
Neben uns lag der typische Vertreter: ich bin toll, bitte schaut mich alle an.

 
Bay Watch Santa Monica  

Natürlich lag er direkt neben dem Häuschen der Life Guards (dieses spezielle besetzt von einer hübschen Blondine). Schräg neben uns lagen zwei junge Frauen mit einem Buben. Nach einer Weile sind alle drei runter zum Wasser gegangen und dann fing der taktische Angriff der Möwen an: ich habe noch nie erlebt, dass Möwen einen Platz so systematisch ausgeplündert haben, aber diese hier waren unglaublich. Erst hat sich eine besonders mutige an den Platz geschlichen und die T-Shirts weggezupft. Dann hat sie die Plastiktüte mit den Nacho-Tüten rausgezerrt und vom Platz weggeschleppt.

Räuberische Möwen

In Sekundenschnelle waren noch andere Möwen da und haben sich alle um die Nachos geprügelt. Der Schwarm wurde immer größer und die Tüte war in Windeseile leergefressen. Als die drei Besitzer zurückkamen, war die Überraschung und das Gelächter groß. Von dieser ganzen Aktion haben natürlich die coolen Surfer nichts mitbekommen. Das Hauptaugenmerk der Beiden war ausschließlich auf die (nicht sehr hohen) Wellen gerichtet. Die perfekte Welle werden die beiden wohl an diesem Tag nicht gefunden haben, aber zum Üben hat es durchaus gereicht.

 
Auf der Suche...  

Danach sind wir wieder durch die Topanga Canyon Road zurückgefahren und haben an der höchsten Stelle noch einen kleinen Photostop eingelegt. Die Sicht von dort oben auf die Berglandschaft im Hinterland ist wirklich sagenhaft. Lustigerweise haben sie an diesem Parkplatz lauter Kräuter gepflanzt. Das riecht klasse! Besonders der Rosmarinduft ist immer wieder mit einem Windhauch zu unserer Bank geweht worden. Auf der Nachbarbank saß ein Geschäftsmann völlig in die Meditation vertieft, bis sein Handy geklingelt hat :-)

Auf dem Rückweg haben wir noch versucht, den in der Karte eingezeichneten Mullholland Drive zu fahren. Der Anfang war schon sehr vielversprechend. Die Häuser die dort stehen, sind beeindruckend. Alle möglichen Stilrichtungen - sogar ein Fachwerkhaus haben wir entdeckt. Leider geht die Straße dann in einen Schotterweg über und ist nach kurzer Zeit gesperrt für Normalsterbliche. Auf dieser Strecke habe ich aber noch ein Baumhaus entdeckt, dass ich euch nicht vorenthalten will - sogar mit Balkon !

Baumhaus mit eigenem Balkon

Heute haben wir uns dann auch noch im Supermarkt mit den wichtigsten Lebensmitteln für die nächsten Tage eingedeckt. Es ist immer wieder schön, in einem amerikanischen Supermarkt einkaufen zu gehen. Die Auswahl kommt meiner natürlichen Faulheit extrem entgegen. Sogar das Gemüse gibt es schon geschnitten, damit man es nur noch in den Dip eintauchen muß und schon ist das Mittagessen fertig. Dank Rolf haben wir auch ein gutes Brot gefunden. Gut, das Dreikornbrot ist ein bisschen weicher als bei uns, aber im Vergleich zu den ganzen anderen Brotsorten, ist es schon fast steinhart :-) Wir werden wohl sehr viel Bagels essen, da hat man wenigstens was im Mund . Ansonsten ist die Auswahl in amerikanischen Supermärkten doch wesentlich besser, als die meisten Leute annehmen. Man kann sich auch hier ganz normal ernähren, sogar wenn man nicht kochen will. Das einzige, was man hier nicht erwarten darf, sind Tischdecken in den Restaurants. Das ist hier einfach nur in den wirklich sehr teuren Lokalen üblich. Wir werden also in diesem Urlaub ganz sicher keine Tischdecke sehen :-)

Im Moment wäscht schon die erste Runde Wäsche dieses Urlaubs. Wir wollen mit kompletter Ausstattung in die erste Hälfte dieses Urlaubs starten. Wahrscheinlich wird die nächste Runde erst wieder in Brian Head fällig. Gottseidank haben wir ja jetzt auch ein Auto, das man Auto nennen kann. Am ersten Tag haben wir einen verhinderten Trabbi bekommen (Metro von Chrysler), der schon bei den ersten Steigungen asthmatisch geschnauft hat. Die Sitze waren eine Zumutung und die Karosserie hat beim Einsteigen schon geschwankt. Wir haben dann diese Blechdose auf Rädern beim Flughafen in Burbank in ein anderes Auto umgetauscht. Jetzt haben wir einen Kombi von Suzuki, der bis jetzt einen sehr guten Eindruck macht. Wie er sich auf dem Rest der Strecke schlägt, werden wir sehen. Die Kühlbox ist schon auf dem Rücksitz festgeschnallt. Jetzt müssen wir noch unser Koffer etwas sinnvoller umpacken und dann kann es morgen losgehen. So langsam sickert es auch in mein Hirn durch, dass ich Urlaub habe. Das Leben ist schön !